ARNSTADT (kö). Frühlingsanfang, 20. März. Am späten Nachmittag zeigt sich zaghaft die Sonne – nur für eine kurze Zeit. Dann hüllt sich der Abend wieder ins gewohnte Grau und als aus dem Grau schwarze Nacht wird, schneit es wieder. Es ist ungemütlich. Anders im Kaminzimmer der „Goldenen Henne“. Hier herrscht tatsächlich Aufbruchstimmung an diesem Abend.

Nach einer ersten öffentlichen Vorstellung der WA2013 am 7. März trafen sich Unterstützer der „Alternative für Deutschland“ aus Arnstadt und Umgebung, um erste Strukturen zu schaffen, um das Anliegen der WA2013 vor Ort zu unterstützen. Am Ende des Abends hatte sich der Ortsverband von „Arnstadt und Umgebung der WA2013“ gegründet. Einstimmig erhielten die fünf Mitglieder des Vorstandes, die zuvor vorgeschlagen wurden und sich vorgestellt hatten, das Vertrauen aller Anwesenden. Nach einer kurzen Konstituierung des Vorstandes wurde das Ergebnis verkündet. Rüdiger Schmitt, Ortsteilbürgermeister von Eischleben und Gemeinderat im Amt Wachsenburg, stellte sich als Vorsitzender – trotz zahlreicher gesellschaftlicher und privater Aufgaben – für das Amt zur Verfügung, sein Stellvertreter ist der Arnstädter Günter Catterfeld. Die Finanzen des Ortverbandes regelt ab sofort der Finanz- und Versicherungsmakler Olaf Kießling aus Frankenhain, der in Arnstadt arbeitet. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernahm Arnstadtfreund Hans-Joachim König, Gründer des „Arnstädter Stadtechos“. Gerd Strößner aus Ichtershausen, Inhaber der GS-Modul-Bau, arbeitet ebenfalls im Vorstand mit. Als Gäste wurden der derzeitige Sprecher des Landes Thüringen, Matthias Wohlfahrt sowie Jens Krumpe aus Erfurt und Carmen Riedel aus Geschwenda herzlich begrüßt.

Das Interesse an der AfD ist enorm gewachsen. In Internetforen zeichnen sich bei Abstimmungen für oder gegen die Alternative für Deutschland (AfD) Zustimmungswerte zwischen 60 bis über 90 Prozent ab. In wenigen Wochen erreichte die neue Partei, die am 14. April in Berlin ihren ersten Bundesparteitag abhalten wird, schon über 5.000 Mitglieder, bei der Bürgerbewegung WA2013 stieg die Zahl der Unterstützer inzwischen auf über 17.500, Tendenz steigend. „Unsere Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um die Antragsflut zu bewältigen“, bestätigte Matthias Wohlfahrt. Jens Krumpe informierte die Anwesenden über die Auftaktveranstaltung der AfD in der Landeshaupstadt Erfurt am 4. Mai. Im „DASDIE“ wird an diesem Samstag Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Mitbegründer der AfD, Staatsrechtler und einer der Kläger gegen den ESM-Vertrag, über das Thema referieren: „Die Europapolitik als Angriff auf Demokratie, Rechtsstaat und Sozialstaat!” Eines der zentralen Themen der AfD ist der Ausstieg aus dem Euro, weil der sich zum „Spaltpilz“ in Europa entwickelt hat. Das starre Euro-Währungssystem, die Abzockerei der Banken und Spekulanten ist maßgeblich für die zunehmende Verarmung und den Abbau der sozialen Systeme in Europa verantwortlich – auch in Deutschland. Neue Chancen können sich nur eröffnen durch auf- und abwertbare Währungen, die Jahrzehnte lang in Europa funktionierten, also raus aus dem gängelnden EU-Diktat Brüsseler Kommissare.

Auch bei der Auftaktveranstaltung in Oberusel im Taunus am 11. März, zu der über 1.200 Besucher kamen, war dies ein zentraler Punkt. Prof. Dr. Bernd Lucke, der seit der ZDF-Talkshow mit Maybrit Illner und dem ARD-Talk Anne Will durchaus mediale Aufmerksamkeit erhält, sagte dort unter anderem: „Wir haben eine Regierung, die sich nicht an Recht und Gesetz und die Verträge gehalten hat und die einen eklatanten Wortbruch gegenüber der deutschen Bevölkerung begangen hat. Das No-Bail-Out-Prinzip wurde uns versprochen, damit wir dem Euroexperiment zustimmen, daß wir eben keinesfalls für die Schulden anderer Länder haften müssen. Das ist in einer Nacht mit einem Federstrich von Frau Merkel zunichte gemacht worden, ohne daß ihr die Schamesröte ins Gesicht gestiegen ist! Das war für mich der Zeitpunkt, an dem ich politisch tätig geworden bin.“

In der „Goldenen Henne“ ging der Abend mit einem hoffnungsvollen Anfang zu Ende. Nach nur zwei Veranstaltungen trugen sich 42 WA-Unterstützer aus Arnstadt, Ichtershausen, Gräfenroda, Stadtilm, Ilmenau, Ilmtal, Langewiesen und Gotha ein. In den nächsten Tagen wird der Vorstand an die Arbeit gehen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln. Auch für die Finanzierung wurde ein guter Start hingelegt. Genau 232,20 Euro spendeten die Teilnehmer bei einer spontanen Sammlung. Der Anfang ist gemacht. Interessenten, die sich dem Ortsverband anschließen oder ihn unterstützen möchten, können sich vorerst auch an das „Arnstädter Stadtecho“ wenden. Dort liegt eine Liste aus, in die man sich eintragen kann.

Veröffentlicht AS im März 2013